Willkommen / Führungskultur · Bewusste Leadership / Innere Präsenz als Führungsinstrument: Warum brillante Frauen innerlich nicht ankommen
Gestresste Frau spricht nervös am Telefon vor weißem Hintergrund – Symbol für fehlende innere Präsenz trotz äußerlich perfekter Performance im Führungsalltag.

Einleitung: Der blinde Fleck erfolgreicher Führungsfrauen

Du lieferst perfekte Ergebnisse, triffst kluge Entscheidungen und trotzdem spürt dein Team, dass du nicht wirklich da bist. Innere Präsenz als Führungsinstrument ist der ungesprochenste Hebel für Leadership-Wirkung 2026. Wenn du bereit bist, ehrlich hinzuschauen: Dieser Artikel ist für Gestalterinnen, die den Unterschied zwischen Funktionieren und verkörperter Führung verstehen wollen.

Die Stille in meiner Küche: Ein Moment der Selbsterkenntnis

Letzte Woche stehe ich in meiner Küche, mache mir Tee. Zum ersten Mal seit Tagen ist da wirklich Stille. Kein Handy, kein Podcast, kein „schnell noch…“. Nur ich und das Geräusch vom kochenden Wasser.

Und ich merke: Das fühlt sich gut an. Diese Vollständigkeit.

Nach über zwölf Jahren innerer Arbeit bin ich nicht mehr diese permanente Rennerin. Das hab ich hinter mir. Meistens jedenfalls. Aber ab und zu… tappe ich doch noch rein. In diese alte Art des Funktionierens, wo ich von einem Termin zum nächsten switche, ohne wirklich anzukommen.

Und dann denke ich: „Ach. Schau an. Da bin ich wieder.“

Output ohne Innenkontakt: Das Leadership-Problem 2026

Was bewusste Führung von Autopilot-Management unterscheidet

Das nenne ich „Output ohne Innenkontakt“: Du lieferst perfekt, funktionierst, bist „produktiv“, aber ein Teil von dir ist abwesend. Verkörperte Leadership bedeutet dagegen, dass Menschen nicht nur deine Kompetenz spüren, sondern deine vollständige Anwesenheit.

Das Verrückte ist: Deine Teams spüren das sofort. Nicht was du sagst, sondern dass da eine Art Leere mitschwingt. Du bist da, aber nicht wirklich da

Die Neurobiologie der Führungspräsenz

Menschen scannen in den ersten Sekunden: Ist hier Sicherheit oder Stress? Präsenz oder Druck? Diese Information lesen sie nicht aus deinen Argumenten, sondern aus Mikrosignalen: Tonfall, Pausenfähigkeit, innere Ruhe.
Führungspräsenz entwickeln heißt deshalb: Bewusst werden für deine innere Verfassung – und sie als Führungsinstrument einsetzen. 

Die 4 Stufen bewusster Führungsentwicklung

Stufe 1: Performance-Führung

„Leistung bringt Sicherheit“

Schnell sein, verfügbar sein, immer bereit sein. Diese Art zu führen bringt Ergebnisse – macht aber auf Dauer eng. Du rennst von Termin zu Termin, kommst aber nicht mehr richtig an. 

Stufe 2: Harmonie-Führung  

„Alle mitnehmen, allen gerecht werden“

Der andere Weg: Harmonie um jeden Preis. Du willst es allen recht machen, immer verständnisvoll sein. Auch das ist erschöpfend, weil du so viel mitschwingst mit allem und allen. 

Stufe 3: Verkörperte Führung

„Ich kann meine innere Verfassung führen“

Der entscheidende Schritt: Du merkst, dass du bewusst wählen kannst, wie du in Gespräche gehst. Nicht nur was du sagst, sondern wie du da bist. Das ist der Shift von „Führung machen“ zu „Führung verkörpern“. 

Stufe 4: Systemische Präsenz

„Wie ich in einen Raum komme, wirkt“

Die Meisterschaft: Du weißt, dass deine Art, einen Raum zu betreten, die Atmosphäre mitprägt. Nicht magisch, sondern weil innere Präsenz als Führungsinstrument ansteckend ist.

Praxisimpuls: Das 90-Sekunden-Ankunfts-Protokoll

Was ich in der Küche verstanden habe

In dieser Stille beim Teekochen wurde mir klar: Ankommen ist eine Entscheidung. Eine ganz praktische.

Heute mache ich zwischen wichtigen Gesprächen bewusst Pause. Nicht um mich zu entspannen, sondern um vollständig zu werden für das, was als nächstes kommt.

Mein Protokoll für bewusste Führung:

  • 30 Sekunden: „Bin ich gerade hier?“ (Realitäts-Check)
  • 30 Sekunden: 3 bewusste Ausatmungen (Körper ankommen lassen)  
  • 30 Sekunden: „Welche Führungsqualität will ich jetzt verkörpern?“ (Intentionale Wahl)

Das ist kein Zeitverlust. Das ist Qualitätssicherung.

Mini-Reflexion: Wo tappst du noch rein

Frage für dich:

Wo erwischst du dich dabei, dass du körperlich anwesend, aber innerlich schon drei Schritte weiter bist?

Beobachtungsaufgabe:

Achte diese Woche einmal darauf: In welchen Situationen funktionierst du perfekt, aber dein Team spürt trotzdem eine Art… Leere?

Es geht nicht darum, nie wieder in alte Muster zu fallen. Es geht darum, es schneller zu merken und sanfter damit umzugehen.

Für Führungsfrauen, die es ernst meinen

Wenn du spürst, dass Führungspräsenz entwickeln für dich der nächste große Schritt ist dann bist du bereit für eine andere Art der Leadership-Entwicklung.

Eine, die nicht bei Methoden ansetzt, sondern bei dir. Bei dem, wer du bist, wenn du wirklich da bist.

Nächster Schritt: Mein Future Leadership Radar zeigt dir in wenigen Minuten, wo du in Sachen verkörperter Führung stehst. Nicht oberflächlich. Sondern ehrlich.

Liebe Grüße,

Deine Eva

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