WIE DIE MITARBEITER DIE ZUKUNFT SELBST EROBERN?

Es ist Dienstagmorgen 9:00 Uhr und ich bin in München: Ein Gespräch bei einem Mittelständischen Pharmaunternehmen steht an. Es ging um Zukunft. Nach einem ersten kurzen Kennenlernen mit Marc dem Geschäftsführer, kam relativ schnell die entscheidende Frage: „Eva, wie verändere ich meine Mitarbeiter?“ In mir zog sich, wie so häufig bei dieser Frage, alles zusammen. Aber eins interessiert mich immer in diesem Kontext: Wozu? –  Wozu willst Du Deine Mitarbeiter verändern?

 

WIR MÜSSEN AGIL WERDEN!

„Wir gehen in die Zukunft und die Mitarbeiter müssen sich dafür verändern. Wir müssen agiler, schneller und effektiver werden“ sagte Marc. Ich fragte ihn nicht, was er unter „agil“ verstand, da dies meist immer in einem Endlos-Dialog endet. Stattdessen fragte ich ihn, ob die Mitarbeiter die Zukunft kennen. 

„Wie die Zukunft kennen?“ – die kennen wir doch alle und weiterhin haben wir vor zwei Monaten unsere Vision und Strategie allen Mitarbeitern vorgestellt und sogar teilweise zum Mitdiskutieren aufgerufen. Ich fragte nach: „Und Marc, was nimmst Du heute wahr?“ – „Nichts Eva, keine einzige Veränderung, keine einzige Aktivität. Alle rödeln im Hamsterrad und verstecken sich hinter Routinen“ – ich könnte verrückt werden.

 

HERSTELLUNGS-PROZESS ADÉ – BEWUSSTSEINS-PROZESS OKAY

Viele Unternehmen glauben, dass mit der Entwicklung einer Vision und Strategie die Zukunft im Unternehmen hergestellt werden kann. Man kann nicht mit Menschen Zukunft herstellen, außer man will sie im 21. Jahrhundert konditionieren. Eine Zukunft kann man nur gemeinsam gestalten und dafür bildet die erste Phase der Zukunftsgestaltung: Der Bewusstsein-Prozess auf breiter Ebene- eine entscheidende Rolle. 

Es geht darum, mit unterschiedlichsten Ansätzen und hier sind nur wenige Möglichkeiten genannt, wie z.B. ein Video, ein Zukunftsspiel, ein Help-Digital-Austausch, ein Kongress, die regionalen Zukunfts-Netzwerktreffen, Zukunfts-Podcast und weitere vielfältige Möglichkeiten, den Mitarbeitern die verschiedensten Zukünfte nahe zu bringen.

 

BUNT WERDEN UND ZUKUNFT ERLEBBAR MACHEN

Im Rahmen eines Co-Working-Prozesses zur Zukunftskultur waren wir in einem Unternehmen aus Hessen sehr konsequent. Es ging darum Zukunft im Unternehmen für alle zugänglich zu machen. Rahmenbedingung, welche wir setzten, waren: Es soll keine Vorgaben zur Auseinandersetzung mit der Zukunft geben, nur sehr unterschiedliche Angebote. 

Heraus kam unter anderem: Ein Zukunftsboard, wo Mitarbeiter Zukunftsartikel posten konnten, wo es eine Auflistung an spannenden Podcasts gab, wo Bücher empfohlen wurden. Eine andere Aktivität war, dass ein Kollege zu dem Film „Die stille Revolution“ eingeladen hatte mit anschließenden Dialog, auch entstand durch eine Gruppe ein Zukunfts ABC, ein weiterer Kollege lud ein zum Help-Digital-Share ein, da ging es darum, sich über digitale Möglichkeiten auszutauschen, die den Alltag erleichtern. Es gibt unzählige, auch oft ganz kleine Dinge, sich mit Zukunft auseinanderzusetzen.

 

LADE DIR DIE ZUKUNFT IN DEIN UNTERNEHMEN EIN

Das Grundbedürfnis von Menschen im Kontext ihrer eigenen Motivation ist Autonomie und Mitgestaltung. Wenn es also darum geht, dass Mitarbeiter motiviert und begeistert werden sollen für die Zukunft, dann eröffne in Deiner Unternehmens-Area unterschiedlichste Anlaufstellen und Möglichkeiten, um Zukunft im Großen und Kleinen erleben zu können. Es sollte fast so sein, dass die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag mit Leichtigkeit über die Zukunft stolpern. 

 

DIE ZUKUNFT FÄNGT AN ZU SCHWINGEN

Und was passiert dann, wenn Du die Zukunft mit Begeisterung und Leidenschaft, nicht nur auf Flipcharts und Plakate druckst, was auch notwendig ist, sondern sie erlebbar ins Unternehmen einlädst? 

Dann stellst Du nach einer Weile fest, dass Zukunft eine Schwingung erhält und die Mitarbeiter selbst los gehen und Zukunft ausprobieren. Vielleicht nicht so prozesshaft und konditioniert, wie wir dies aus der Vergangenheit dem Managementsystem 2.0 kennen. Aber mit deutlich mehr Spirit, Verantwortung und Gestaltungskraft.

 

Sie erobern für sich und das Unternehmen die Zukunft.

LOSLASSEN UND ANDERS DENKEN

Ich fragte Marc nun, wenn Du dies hörst, was geht in Dir vor. Er richtete seine Augen nach oben um nachzudenken: „Ich glaube ich sollte anders denken und loslassen. Gerade Letzteres muss ich noch mehr für mich verinnerlichen. Nach meiner heutigen Erkenntnis muss ich eher Möglichkeitsräume schaffen, Vertrauen schenken und viel, viel Lernen und Experimentieren zu lassen.“

Zukunft wird für uns alle größer, wenn wir zum gemeinsamen Erobern einladen!

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