Über das Schreiben, das Wahrsein und ein Buch, das gerade entsteht
Hamburg, später Nachmittag im vergangenen Jahr. Durch das Fenster fällt Licht, das schräg über meinen Schreibtisch zieht. Vor mir liegt ein Text, den ich gerade fertiggestellt habe. Ich lese ihn noch einmal durch. Er ist gut. Durchdacht. Nützlich. Die Gedanken greifen ineinander, die Sprache sitzt, die Einladung zur Reflexion ist offen und aufrichtig.
Und dann halte ich inne.
Nicht weil etwas fehlt. Sondern weil ich spüre, dass da noch etwas anderes möglich wäre.
Da ist eine Version von mir, die in diesem Text spricht. Die erklärt, strukturiert, aufzeigt, Perspektiven dreht. Das ist echt. Das bin ich.
Und da ist eine andere Version, die schon die ganze Zeit wartet. Ruhiger. Weniger gefiltert. Unbequemer vielleicht, für mich selbst.
Ich kenne dieses Gefühl. Ich habe es lange übergangen.
Heute nicht mehr.
Was es bedeutet, tiefer zu hören
Mir zuzuhören habe ich in den letzten Jahren gelernt. Das war kein gerader Weg, und er ist nicht abgeschlossen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Zuhören und wirklich tief Hören. Zwischen dem, was ich weiß, und dem, was ich wirklich denke. Zwischen dem, was ich gut aufbereiten kann, und dem, was mich nachts wachhält, weil es noch nicht ausgesprochen ist.
Dieser Unterschied ist klein. Und er verändert alles.
Ich glaube, dass wir als Frauen in Führung, mit Verantwortung, mit dem echten Wunsch etwas zu bewegen, genau diese Art von Ehrlichkeit gerade dringend brauchen. Nicht die aufbereitete. Nicht die strukturierte, die sich gut teilen lässt. Die echte. Die, die manchmal noch keine perfekte Form hat.
Das ist es, was ich jetzt schreiben will.
Nicht weil das bisher falsch war. Sondern weil mehr möglich ist.
Das Buch
Ich habe ein Buch geschrieben.
Es erscheint Anfang Juni 2026 im Business Village Verlag. Der Titel: Ungezähmt führen. Female Leadership in bewegten Zeiten.
Ich wusste lange nicht, wie sehr ich das wollte. Das Schreiben eines Buches war ein Wunsch, den ich mit mir getragen hatte, ohne ihn wirklich ernst zu nehmen. Irgendwann vielleicht. Wenn die Zeit stimmt. Wenn genug Material da ist. Wenn ich bereit bin.
Und dann war ich mittendrin.
Was ich nicht erwartet hatte: dass das Schreiben selbst etwas mit mir machen würde. Nicht nur, dass ich Gedanken aufschreibe, die ich ohnehin hatte. Sondern dass im Schreiben Gedanken entstehen, die ich vorher nicht denken konnte. Tiefere. Präzisere. Gedanken über mich, über uns als Führungsfrauen, über die Systeme, in denen wir uns bewegen, und über die, die wir in uns selbst gebaut haben, oft ohne es zu merken.
Das Buch beginnt mit einem Moment des Zusammenbruchs. Nicht als Beichte, nicht als Drama. Sondern weil dort etwas Wahres anfängt. Weil Reife nicht in den Momenten entsteht, in denen alles funktioniert, sondern in denen wir bereit sind, wirklich hinzuschauen.
Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung. Und ich bin, ehrlich gesagt, aufgeregt.
Ich freue mich darauf, dieses Buch bei Lesungen, im Salon, in Gesprächen in die Welt zu bringen. Es ist das Direkteste, was ich je geschrieben habe. Und gleichzeitig das Einladendste.
Was jetzt beginnt
Dieser Artikel ist ein Anfang. Kein Relaunch, keine neue Strategie, kein neues Branding.
Nur der Entschluss, noch echter zu schreiben. Noch weniger zu filtern. Noch mehr von dem zu teilen, was ich wirklich sehe, in Gesprächen mit Führungsfrauen, in mir selbst, in der Zeit, in der wir gerade führen.
Für alle, die das mögen: herzlich willkommen in dem, was jetzt kommt.
Liebe Grüße,
Deine Eva
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