Peter ist Geschäftsführer eines norddeutschen Pharmaunternehmens. Er liebt Dynamik, Zukunft und Herausforderungen. Getrieben vom Markt und einer neuen Arbeitskultur trifft er eine klare Entscheidung:
Es wird massiv investiert – in Marketing, Technologie und Kulturwandel.
Neue Rollen entstehen, Zukunftsagent:innen werden ausgebildet, Methoden eingeführt: Design Thinking, Kanban, World Cafés, bunte Haftnotizen und kreative Arbeitsräume prägen bald den Alltag vieler Teams.
Die Skeptiker: Wenn Methoden Begeisterung nicht ersetzen können
Doch nicht alle Führungskräfte können dieser neuen „Coolness“ folgen.
Was für einige inspirierend wirkt, fühlt sich für andere nach Beliebigkeit an.
Es fehlt aus ihrer Sicht:
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Orientierung
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klare Strukturen
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Verlässlichkeit
Die Akzeptanz bleibt oberflächlich – trotz erster sichtbarer Erfolge.
Acht Monate später: Wenn die Ergebnisse ausbleiben
Nach anfänglicher Euphorie folgt Ernüchterung.
Einige Initiativen zeigen Wirkung, andere nicht. Umsätze brechen weiter ein, Innovation bleibt hinter den Erwartungen zurück, echte Agilität ist kaum spürbar.
Schnell werden Stimmen laut:
Ohne klare Vorgaben, Meilensteine und Druck verändert sich nichts.
Was jedoch meist ausbleibt, ist die ehrliche Frage:
Wie sehr haben sich Führungskräfte selbst innerlich am Wandel beteiligt?
Das Paradox des Kulturwandels
Der Wandel ist beschlossen – jetzt sollen bitte schnell Ergebnisse folgen.
Dabei wissen wir aus eigener Erfahrung:
Haltungs- und Verhaltensänderungen brauchen Zeit, Raum, Übung und Vertrauen.
Paradox ist, dass Organisationen für technische oder strukturelle Transformation Geduld aufbringen – aber ausgerechnet beim Kulturwandel Ungeduld herrscht.
Nur halb dabei: Warum Veränderung oft nicht wirklich getragen wird
Viele Unternehmen erkennen die Bedeutung von Kulturwandel an.
Und dennoch bleibt eine innere Ambivalenz:
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Wir wollen Veränderung
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aber nicht die Zumutung, die sie mit sich bringt
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nicht die Auseinandersetzung mit eigenen Annahmen
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nicht das Gefühl von Kontrollverlust
So entsteht eine Haltung des „Augen zu und schnell vorbei“.
Wo und bei wem beginnt nachhaltiger Kulturwandel wirklich?
Nachhaltiger Kulturwandel erfordert ein spürbares Miteinander – auf allen Ebenen, besonders auch horizontal im Unternehmen.
Zwar besteht meist Konsens darüber, dass sich etwas ändern muss.
Doch:
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Was sich konkret ändern soll, bleibt oft unklar.
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Wofür der Wandel geschieht, wird nicht ausreichend beantwortet.
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Wo und bei wem begonnen wird, bleibt offen.
Ohne diesen Konsens bleibt Engagement halbherzig.

Erfolg braucht innere Beteiligung – nicht nur äußere Maßnahmen
Jede Führungskraft wägt – bewusst oder unbewusst – ab, wie viel sie selbst investieren will.
Doch echte Zukunftskultur entsteht nur dort, wo Führung bereit ist, sich selbst mit in den Wandel zu nehmen.
Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch Tools, Rollen oder Methoden.
Er entsteht durch innere Haltung, Bewusstseinsreife und gelebtes Vorbild.
Kulturwandel beginnt nicht im Außen – sondern bei uns selbst:
bei Führungskräften, Verantwortlichen und Gestalter:innen.





