Ich erlebe es in so vielen Unternehmen immer wieder: der eigentlich erste kleine Schritt für Veränderung ist gegeben, es werden Workshops entwickelt, Inspirationen gesammelt, Kollegen motiviert und fleißig neue Tools ausprobiert. Das ist natürlich toll und freut mich sehr zu sehen. Wenn man allerdings nach einigen Wochen noch einmal nachfragt, hat sich für viele Teammitglieder vom Arbeitsgefühl her meistens wenig verändert. Aber wie kann das sein? Kratzen wir nur an der Oberfläche?

PASST SCHON, REICHT NICHT FÜR KULTUR

Nehmen wir einmal das Beispiel der Meetingkultur. Was in den meisten Unternehmen passiert, ist dass wir auf unsere bisherigen über Jahre eingeübten Meeting Gewohnheiten einfach neue Methoden sowie Tools packen und glauben, dass wir doch jetzt der neuen Arbeitskultur in unseren Meetings gerecht werden. Dies stimmt aber nicht.

Denn viel zu oft geben wir uns mit dem alten Standard zufrieden. Wir haben an der ein oder anderen Stelle oft gar keinen ausreichenden eigenen Anspruch mehr auf Entwicklung. Das Einzige was ich erreichen will, ist einigermaßen durch meine Arbeitsflut durchzukommen. Das Problem ist in diesem Fall nur, dass wir dadurch keine neue Kultur erschaffen, wenn wir uns immer mit halben Sachen zufriedengeben.

Eine Aussage wie: „Passt schon“ oder „Läuft!“ ist hierbei eine reine Ego-Aussage. Ich glaube nicht, dass diese Aussage alle mittragen. Hinzu kommt, dass eine solche Aussage suggeriert ich will nichts tiefgreifend verändern oder noch schlimmer, ich brauche nichts zu verändern. Nicht sehr motivierend für die Menschen um uns herum. Denn warum sollte man selbst Neues und Besseres anstreben, wenn man aus seinem Umfeld suggeriert bekommt das Mittelmaß völlig ausreichend ist?

VERÄNDERUNG DURCH AKTIVES HINTERFRAGEN

Wenn wir wirklich eine Veränderung in unserer Meetingkultur bewirken wollen, dann müssen wir nicht nur unsere gestalterische Leistung im Kontext der Gemeinschaft einbringen, sondern vor allem unsere geistige Haltung gegenüber der Gemeinschaft hinterfragen.

Die Integration von neuen Methoden und Tools aus der agilen Arbeitswelt beleben das Meeting, aber dadurch entsteht keine neue Meetingkultur. Eine neue Meetingkultur entsteht dann, wenn wir uns hinterfragen: Wozu machen wir dieses Meeting und welche Wirkung wollen wir in diesem Meeting ermöglichen?

Den meisten geht es heute in Meetings noch immer rein um Effektivität und schnelle Abstimmung. Nicht selten sind die Meetings durch das Ego des Meeting Leaders oder einzelner Teilnehmer geprägt, damit diese ihre Themen, Abstimmungen und Effizienzen durchbekommen.

MEETINGS GEHÖREN DEN TEILNEHMERN

Aber dafür sind Meetings in einer neuen Arbeitskultur nicht ausschließlich da. Grundsätzlich gehören Meetings den Teilnehmern. Ich als Meeting Leader sollte den bestmöglichen Rahmen dafür schaffen, damit größtmögliche Wirkungen für eine Gemeinschaft entstehen können. Dies kann unter anderen natürlich auch ein effektives Meeting sein, aber dies ist nicht alles. Wir sollten auch Verbundenheit ermöglichen, die Möglichkeit eröffnen emotionale Nähe zu spüren, wir sollten inspirieren und vielleicht auch die gemeinsame Weiterentwicklung fördern.

Ich weiß, dies ist ein hoher Anspruch, aber erst das ist neue Meetingkultur.
Eine Meetingkultur in der neuen Arbeitswelt darf nicht nur unsere Verstandslogik integrieren, sondern muss auch das Teilen von Leidenschaften und Intuitionen ermöglichen. Die komplexe Welt verlangt von uns als Mensch, dass wir uns in unserer Ganzheitlichkeit einbringen und diese Ganzheitlichkeit muss sich auch in der Meeting Ausrichtung wiederspiegeln.

Um wirklich die Möglichkeiten zu sehen, was eine bewusste Meetingkultur leisten kann, komme ich nicht umher mir Zeit zu nehmen, Realitäten kritisch wahrzunehmen, Inne zu halten, meine Gedanken reifen zu lassen und auch mal aufzuschreiben.

BEWUSSTSEIN NEU AUSRICHTEN

Eine neue Meetingkultur setzt voraus, dass ich mein Bewusstsein für die Art und Weise der Zusammenarbeit neu ausrichte. Dabei muss ich auch meine Denkhaltungen und mein Verhalten hinterfragen. Es geht erst einmal darum wahrzunehmen und Erkenntnisse reifen zu lassen.

Dabei könnten folgende Fragen helfen:

  1. Was nehme ich bei den derzeitigen Meetings wirklich wahr? Was zeigt sich mir? Wo spüre ich Widerspruch?
  2. Erkenne ich, dass Meeting auch noch etwas anderes bewirken könnten?
  3. Habe ich es satt, so weiterzumachen?

Danach muss sich bei mir ein Wille für Veränderung entwickeln und manifestieren, der mich durch alle Widerstände trägt:

  1. Will ich wirklich etwas verändern?
  2. Wie groß ist mein Wille?
  3. Mit welchen Meeting Glaubenssätzen habe ich zu kämpfen?

Dabei hilft es mir eine gedankliche Vorstellung zu entwickeln, welche ich möglichst positiv emotional besetze und welche ich als Zielbild in mir trage:

  1. Kann ich eine konkrete Zukunftsvorstellung/ -bild entwickeln? Und ist diese „groß“ genug?
  2. Kann ich meine Zukunftsvorstellung positiv emotional aufladen und „zieht“ sie mich?
  3. Welche Rollenvielfalt will ich wirksam ausfüllen?
  4. Kann ich nun, nach der ganzen gedanklichen Auseinandersetzung, Fragen über Wirkung, Beitrag und Chancen konkret beantworten?

Erst mit dem dann folgendem Schritt begebe ich mich in eine nachhaltige gestalterische Leistung, weil ich mental und emotional gefestigt bin.

Eine wirkliche Transformation und Neuausrichtung beginnt in unserem Kopf, bei unserem Mindset. Damit ist nicht gemeint, dass man darüber mal kurz nachgedacht hat. Es geht um eine tiefere emotionale, mentale und kognitive Auseinandersetzung. Welche sich lohnt, für einen selbst und für die Wir-Kultur.

 

P.S. Willst Du etwas an Deiner Meetingkultur verändern? Dann fängt es damit, dass Du Dein
bevorstehendes Meeting im Vorfeld analysierst, Dich gut vorbereitest und einen strikten Ablaufplan erstellst,
der unverhandelbare Zeitslots vorsieht und nur Meetingpunkte enthält, die auch alle Teilnehmer
interessieren. Wenn Du beginnen willst, an Deinem operativen Meeting zu arbeiten, dann lade Dir gern
unsere Step-by-Step-Anleitung mit zwei weiteren Arbeitstemplates herunter >>HIER KLICKEN<<
oder melde Dich zu unserem ONLINE-KURS Meetingkultur Next Level an: zur Anmeldung…

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