Wenn du als Kulturgestalter*in wirksam werden willst, dann fängt die Reformierung bei dir an.

Aus deiner eigenen reformierten Arbeitskultur wird die Kraft erwachsen, dass du zu einem neuen WIR mit Leichtigkeit und Weite einladen kannst.

 Kein leichtes Unterfangen und definitiv eine bewusste Entscheidung. Eine bewusste Entscheidung von dir, denn unser Konzept setzt bei dir an.

DIE VIELFALT DER KULTUR
Was ist denn überhaupt die Kultur? Kaum ein Begriff wird so leichtfertig und unpräzise gebraucht wie Kultur. Unter Arbeitskultur werden sowohl die Annahmen, die Werte, Normen und Denkweisen, die den Geist und die Persönlichkeit von dir, aber auch von eurem Team oder Unternehmen ausmacht, verstanden. Diese entsteht wiederum aufgrund deiner und eurer gemachten Erfahrung und der damit verbundenen Sprache.

Die Sprache, die du nutzt, um mit dir selbst zu sprechen, beeinflusst deine Lebens- und Arbeitskultur im hohen Maße.

Die Kultur, die daraus entsteht, hilft dir (in deinem ICH) und euch (in eurem WIR) die Welt, die Ereignisse und die täglichen Geschehnisse zu begreifen, Erfahrungen schneller zu verarbeiten, Reaktionen zuzuordnen, deinen und euren Radius sowohl physisch als auch mental zu erweitern. Kultur kann viel Positives bewirken.

SCHATTENSEITE DER KULTUR
Kultur hat aber auch ihre Schattenseiten und zwar dann, wenn wir uns so sehr auf über Jahre konditionierte Normen und Regeln fokussieren, dass sie quasi als fast unabänderliche Leitlinie für unseren Lebens- und Arbeitsalltag existieren und Menschen und Prozesse als „gut“ beziehungsweise „schlecht“ oder „richtig“ und „falsch“ etikettieren, sobald sie nicht den gesetzten Normen und Regeln entsprechen. Oft etabliert sich dadurch bei dir selbst und im WIR eine Bewertungskultur.

Es schleicht sich folgende Denkweise ein: „So und nicht anders sollst du deine Arbeit erledigen, sollst du dich verhalten, sollst du dich einbringen, sollst du Entscheidungen treffen. So, wie ich es mache, ist es richtig. Das ist der Weg.“

Wir selbst erschaffen diese komplexe und nicht immer förderliche Welt. Jetzt verteidigen wir sie sogar mit unserem täglichen wiederholten Handeln. Unsere verwendete Sprache, unsere Normen und unsere Routinen, die unsere Kultur definieren, sind unserer Arbeit und unserem Leben nicht nur dienlich, sondern können uns auch kaputt machen, uns auslaugen, uns fremdsteuern.

UNSERE ERSCHAFFENEN WAHRHEITEN
Mit diesem riesigen Überbau an Überzeugungen, Denkmustern und Routinen, die wir mit uns selbst oder auch mit Gemeinschaften entwickelt haben und teilen, um im Alltag zurechtzukommen, erschaffen wir im Grunde unsere Arbeits- und Lebenswelt. Dabei leben wir in zwei Welten, welche wir ganz selten unterscheiden. Da wäre einmal die materielle Welt mit der absoluten Wahrheit. In dieser Welt sind alle Dinge angesiedelt, über die allgemein Konsens besteht: Das ist ein Gebäude, was man betreten kann. Das ist ein Schreibtisch, auf dem Papiere liegen. Dies ist Wasser, was flüssig ist. Das ist die Tür, die zu eurem Meetingraum führt. Und das ist dein Laptop, der Daten integriert.

Aber es gibt auch die Welt der relativen Wahrheit. Hier vereinen sich Ideen, Konzepte, Modelle, Regeln und Denkmuster, die wir aufgestellt haben und von Teams zu Teams von Generationen zu Generationen, von Geschäftsführung an andere Führungsebenen weitergeben.

In dieser Welt der Konstrukte sind Unternehmen, Teams, Ehe und Gesetze angesiedelt. Die Wahrheit ist relativ, weil die Konstrukte und Ideen nur für deine oder eure ganz spezielle Kultur Gültigkeit haben. Auch Konzepte wie Karriere, Talentförderung, Ehe, Arbeitsvertrag, Arbeitszeit stellen nichts mehr als eine relative Wahrheit dar.

Denn sie sind nicht für alle ausnahmslos von Bedeutung.

UNSERE SELBST GEWÄHLTEN KONSTRUKTE SIND DYSFUNKTIONAL
Dieses Ensemble der relativen Wahrheit würde ich als deine oder eure Kulturlandschaft, also das kulturelle Umfeld bezeichnen.
Vom Moment der Geburt schwimmen wir in ihr, vom Moment des Unternehmenseintritts, vom Moment der Führungsübernahme, vom Moment der Familiengründung.

Sowohl die sich daraus ergebenen Überzeugung von unserem Umfeld als auch unsere gewählte Überlebens- und Durchhaltestrategie sind tief in uns verwurzelt.

Allerdings gibt es da ein Problem: Vieler dieser Überzeugungen, selbst erschaffene mentale Konstrukte und Strategien, die wir für uns persönlich und auch im Kontext der Gemeinschaft gewählt haben, sind dysfunktional. Eigentlich sollten sie uns Orientierungshilfe geben, gut durch das Leben bringen, uns befähigen, den Arbeitsalltag gut zu bewältigen. In Wirklichkeit aber schränken sie ein, machen uns immer kleiner und blockieren uns dabei, unsere Potenziale zu heben und ein Leben sowie Arbeitsalltag nach unseren Fähigkeiten und Stärken zu führen.

Fast vergleichbar mit Fischen im Wasser, welche die Letzten sind, die das Wasser wahrnehmen, in dem sie schwimmen, weil sie schon ihr ganzes Leben darin verbringen. So ist es auch mitunter bei uns, nur wenige sind in der Lage, die Dominanz und Durchschlagskraft des jeweiligen Umfeldes zu erkennen.

Denn so unabhängig und souverän selbstbestimmt, wie wir gern wären, sind wir im Grunde gar nicht.

UNSERE GEDANKLICH ERSCHAFFENE WELT
Die Welt der absoluten Wahrheit beruht auf Fakten. Dein kulturelles Umfeld auf Meinungen und Übereinkünften, auch mit dir selbst. Doch obwohl sie eigentlich nur in unseren Köpfen real sind, halten wir sie für absolut.

Gesetze können wir weder sehen noch anfassen – sie stellen nichts anderes als Vereinbarungen unter Gruppen von Menschen dar, die sich in Gemeinschaften zusammengefunden haben, welche wir als Staaten, Städte oder Länder bezeichnen. Und doch ermöglichen Gesetze auch sehr großen Menschengruppen ein relativ harmonisches Zusammenleben.

Teams sind bewusste und trotzdem auch immer noch gedankliche Bündelungen von Mitarbeitenden, die bestenfalls ein gemeinsames Ziel verfolgen, sich in ihrer Arbeit Verbundenheit ermöglichen, gemeinsam ein Ergebnis erreichen wollen und ein WIR-Gefühl erleben.

Kalorien können wir weder zeichnerisch darstellen noch sehen. Trotzdem sind wir überzeugt, dass sie sich an unserem Körper in kleine Fettpolster verwandeln können, wenn wir zu viele davon zu uns nehmen.

Unternehmen sind eigentlich in der materiellen Welt nicht existent. Sie entstehen auf einem unscheinbaren Blatt Papier. Man füllt ein Formular aus und bekommt dann die Gründung der Firma darauf beurkundet. Dies wiederum berechtigt uns dann, dass wir uns mit einer Gruppe von Menschen zusammenfinden, um etwas aufzubauen, was möglicherweise der Einzelne gar nicht zustande gebracht hätte.

Unsere Welt wird also buchstäblich von unseren Gedanken erschaffen. Wir erzeugen beziehungsweise übernehmen diese Konstrukte. Wir geben sie an andere weiter oder übernehmen sie von anderen. Solche Ideen und Konstrukte können unglaubliche Stärke verleihen, aber auch total einschränken. Aus einer gewissen geistigen Trägheit heraus nehmen wir viele dieser Konstrukte unseres Umfeldes als gegeben hin und halten sie für wahr.

Das Problem ist nur: Die meisten haben ihr Verfallsdatum längst überschritten.

DEN NEUEN KULTURELLEN KERN LEGEN
Wenn aber so viel von dem, was wir den Alltag oder das Leben nennen, von unseren Gedanken und Überzeugungen entstammt, ist auch vieles, was wir für real halten, nicht mehr als eine zufällige Eigenart der Menschheitsgeschichte.

Denn nur in den aller seltensten Fällen lässt sich objektiv beweisen, dass eine bestimmte Art, Dinge zu tun, die Richtige oder gar einzig richtige ist. Vieles, was du so für wahr hältst, ist es nur in deinen Vorstellungen oder geprägten Vorstellungen.

Erst wenn du erkennst, dass dein Umfeld und die Welt in der du lebst, agierst und arbeitest, im Wesentlichen in deinem Kopf existiert, übernimmst du die Regie. Dann erst setzt du den Kern einer echten Reform für dich und dein Umfeld. Dann kannst und wirst du anfangen, die Überzeugungen, Strategien, Regeln und Routinen zu dekonstruieren, denen du und ihr bislang immer und immer wieder folgt.

Du als Kulturgestalter*in reformierst dann, wenn du deine Realitätskonstrukte und die deines Umfeldes, so wie die kulturelle Prägung bei dir selbst und in Gemeinschaften durchschaust. Du reformierst,  wenn du den Mut und die Souveränität gewinnst, diese zu brechen und neu zu definieren.

Daher schlage einen neuen, innovativen Weg ein. Trage zu einer ganz neuen Definition dessen bei, was es heißt, gemeinsam potenzialfördernd zusammenzuarbeiten, um innerlich und äußerlich zu wachsen.

 

#newwork

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