Immer wieder werde ich von Menschen aus unterschiedlichen Ebenen gefragt: Kann eine kulturelle Entwicklung aus der Mitte des Unternehmens heraus tatsächlich gelingen?

Ich sage: „JA!“

Wenn sich förderliche Rahmenbedingungen ergeben, es mutige Akteure gibt und positiv zeigende Initiativen unterstützt werden. Die Größe des Unternehmens ausschlaggebend. In Konzernen ist es ohne Weiteres möglich, dass sich innerhalb einer Unit fast unabhängig von der Geschäftsführung eine NewWork-Bewegung etablieren kann.

lIn mittelständischen Unternehmen kann sich die Welle der Bewegung gegebenenfalls schneller ausdehnen. Häufig benötigt sie aber die Unterstützung oder zumindest Duldung der Geschäftsführung.

MUTIGE AKTEURE AUS DER MITTE
Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und gerade auch mit dem Begriff „New Work“ ist mittlerweile in der Breite angekommen und erreicht natürlich auch Mitarbeitende aus der Mitte. In der Zusammenarbeit mit den Unternehmen erkenne ich sogar, dass gerade Mitarbeitende aus der Mitte ein großes Interesse haben, dieses Thema auch in ihrem Alltag, in ihrem Team und in ihrem Umfeld zu integrieren. Sie hören mittlerweile oftmals Stimmen aus anderen Unternehmen, wo sich eine deutliche und für sie sehr positive Entwicklung zeigt.

Der nachvollziehende Gedanke ist dann: „Warum sollte dies nicht auch in unserem Unternehmen möglich sein?“

Diese Wahrnehmung ermutigt heute den ein oder anderen dazu, aus der Position der eigenen Überzeugung und Stärke zu agieren, statt aus der Position der Verzweiflung oder eigenen Ohnmacht. Ersteres ist selbstverständlich viel kraftvoller.

EINE BEWEGUNG
Wenn sich aus der Mitte heraus eine wirksame kulturelle Entwicklung zeigen soll, dann sollte sich aus einem Einzelinteresse oder einer Einzelinitiative eine Bewegung ergeben. Es sollte gelingen, weitere Akteure für solch eine Entwicklung zu gewinnen.Dabei habe ich schon erlebt, dass Marc G. seinen Kolleg*innen begeistert über einen Vortrag, Kongress oder virtuelles Forum berichtete und andere dadurch ansteckte.
Sie empfehlen dann ganz spezielle Podcasts und You-Tube-Kanäle zu diesem Thema anderen Kolleg*innen.

Der Gedanke verbreitet sich!

Als Erstes wirkt meist die Inspiration, die geteilt wird. Daraus kann es einen Initiator oder eine Initiatorin geben, dem oder der weitere folgen und so kann schnell eine Gruppe entstehen, die sich austauscht, abstimmt und anfängt etwas auszuprobieren. Dabei habe ich auch erlebt, dass diese Mitarbeitenden meist so Stolz auf ihre Arbeit waren, dass sie wiederum anderen davon erzählten oder sie einluden.
Fast unbemerkt kann daraus eine wundervolle Bewegung aus der Mitte heraus entstehen.

ACHTUNG GEGENWIND
Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang der Gegenwind einiger Führungskräfte, die Angst um ihre formale Macht und Funktion haben. Gerade wenn ein Anstoß von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin erfolgt, die an solch eine Führungskraft gebunden sind, kann solch ein wertvolles Anstoßen schnell verpuffen. Allerdings erkenne ich, dass immer mehr Führungskräfte mit den Themen der neuen
Arbeitskultur konfrontiert werden. Dadurch wächst auch die Aufgeschlossenheit demgegenüber.

ZUSÄTZLICHE POSITIONIERUNGEN
Sehr förderlich war in diesen mittelständischen Unternehmensbeispielen, dass die Geschäftsführung und die Personalentwicklung diese Bewegung unterstützt haben. Sie ermöglichten notwendige Rahmenbedingungen, wie die Ausbildung, die kontinuierlichen Treffen und die Darstellungen im Intranet.

Für die Einbindung und das Engagement der Führungskräfte war und ist es auch heute noch unabdingbar, dass sich die Geschäftsführung immer wieder in Sprache (Kommunikation) eindeutig zu dieser Bewegung und deren positiven Entwicklung positioniert.

Dies erwirkt bei der ein oder anderen Führungskraft ein deutlich wahrnehmbareres Einlenken in diese Bewegung und bei den Mittarbeitenden aus der Mitte eine Stärkung in ihrem Agieren.

AUS DER MITTE HERAUS IST WERTVOLL!
Ich glaube, die Weiterentwicklung von Unternehmenskultur und Führungskultur ist heute nicht mehr aufzuhalten. Uns allen stehen heute eine Vielzahl an Informationen, Studien, Angeboten und Storys zur Verfügung, die auf allen Ebenen verwendet werden können. In der Mitte des Unternehmens gegeneinander zu arbeiten, lässt ein Unternehmen eher erstarren. Führungskräfte müssen sich als Teil der Kultur sehen, mit der Möglichkeit, diese auch mit den Mitarbeitern zu gestalten. Kultur kann nur gemeinsam weiterentwickelt werden.

WIRKUNG DER KULTURELLEN WEITERENTWICKLUNG
Jegliches Ausprobieren, jegliches Experimentieren kann begrüßt werden, da dadurch alle gemeinsam Erfahrungen machen können.

Daher erfreue ich mich über jedes losgehen.

Würde ich die zukünftige Entwicklung betrachten, so bin ich der tiefen Überzeugung, dass das Ausprobieren weiterhin ein maßgeblicher Schritt sein wird, um sich kulturell weiterzuentwickeln. Wünschen würde ich mir zusätzlich, dass sich zumindest einige Kulturgestalter*innen, Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen und Führungskräfte noch tiefer in die unternehmenskulturelle Materie hineingraben, um systemische kulturelle Zusammenhänge noch schneller zu erkennen, um den kulturellen Entwicklungen eine höhere Wirkungskraft zu verleihen. Auch dies würde zusätzlich viele Unternehmensakteure überzeugen und so manche gut gemeinte kulturelle Initiative noch wirkungsvoller werden lassen.

#ichkultur

 

 

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