Laut Voraussagen der Experten des Weltwirtschaftsforums in Davos werden innerhalb von nur fünf Jahren 35 % der Fähigkeiten, die heute auf dem Arbeitsmarkt als unentbehrlich gelten, obsolet sein.

Ich kann es jetzt schon spüren. Wenn ich mir Unterlagen aus Weiterbildungsprogrammen von vor fünf Jahren ansehe, dann sind diese vielfach nicht mehr von Bedeutung. Für mich lohnt es sich oftmals nicht, erneut in die damaligen Unterlagen einzusteigen. Entweder fehlt die Relevanz in den Themen oder sind für mich persönlich nicht mehr interessant. Viele Themen haben sich heute auch enorm weiterentwickelt und werden heute in einer ganz anderen Tiefe dargestellt sowie besprochen.

Lernen für mehr Souveränität
Auf dem Markt des Wissens, der Weiterentwicklung und der Fähigkeiten dreht sich die Welt stetig schneller.
Laut einer Untersuchung der Unesco werden 65 Prozent der heutigen Kinder später Jobs ausführen, die jetzt noch nicht existieren.

Auch ich bin dann noch auf dem Arbeitsmarkt vertreten und möchte gern up to date sein.

Die Forderung eines „Lebenslanges Lernen“ ist also berechtigt und mittlerweile sogar teilweise gesetzlich verankert, wie zum Beispiel im Gesetz über die Erwachsenenbildung in Berlin seit Mai 2021.

Doch wie gelingt es uns, lebenslanges Lernen zu etablieren und uns auf diese Art und Weise auf die Zukunft vorzubereiten?

Wir werden es nicht mehr schaffen, uns gezielt auf die Zukunft vorzubereiten, denn wir kennen die Zukunft nicht und können sie auch nicht vorhersagen.

Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass wir für die Möglichkeiten, für die Herausforderungen und für die Gestaltung lernen und das kontinuierlich.

Folgen des Nicht-Lernens
Die Gemeinschaft der Lernenden auch in den Unternehmen wird größer und trotzdem ist sie noch nicht groß genug. Die meisten wünschen sich Zeiten für Weiterentwicklung und Lernen, ermöglichen sich dies aber oftmals nicht. Dies hat zwei Facetten: Auf der einen Seite kann es sein, dass ein Lernen und eine persönliche Weiterentwicklung im Unternehmen noch nicht im Mittelpunkt der Kultur stehen. Es gibt noch keine spürbare oder etablierte Lernkultur im Unternehmen.

Interessanter finde ich den zweiten Aspekt, dass sich viele Menschen im Unternehmen nicht die Zeit nehmen, obwohl sie es sich wünschen und vielfach „dürfen“. Aber die Sicherstellung des operativen Geschäftes wird vorgezogen. Dies ist aus der Gewohnheit und Prägung nachvollziehbar, hat aber langfristig betrachtet sehr fatale Folgen.

Laut dem Buch „2030 – Wie viel Mensch verträgt die Zukunft“ verdoppelt sich alle fünf Jahre das verfügbare Wissen in den unterschiedlichsten Berufen. Das heißt, unser Wissensniveau sinkt in diesem Bereich nach zehn Jahren auf 25 Prozent, wenn wir nach dem Ende der Ausbildung oder Studium nicht weiter lernen.

Im Kontext des Lernens sind wir mit einer exponentiellen Veränderung konfrontiert. Am Anfang bemerkt man das fehlende Wissen kaum. Was passiert?

Wir organisieren Unternehmen, leiten Teams, entwickeln Menschen weiter und gestalten unser eigenes Leben mit einem „veralteten“ Wissen oder Nicht-Wissen und einem immer starreren Mindset (fixed Mindset). Dadurch gelingt es uns nicht mehr, unsere eigenen und auch die Potenziale der anderen zu heben.

“Growth Mindset” durchs Lernen
Wahrscheinlich kennst das Buch „Mindset“ von Carol Dweck? Sie unterscheidet zwischen einem Fixed Mindset und einem Growth Mindset. Personen mit einem Fixed Mindset gehen davon aus, dass ihr Schicksal vorbestimmt ist. Sie brauchen nichts dazuzulernen. Sie haben Angst, ihre Komfortzone zu verlassen oder zu erweitern. Sie lassen sich von ihrem eingeschränkten Umfeld bestimmen. Wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert oder etwas zu anstrengend ist, fühlen sie sich in ihrer Ansicht bestätigt und verfolgen ihre Träume und Entwicklungen nicht weiter.

Menschen mit einem Growth Mindset hingegen glauben, dass sie jedes realistische Ziel erreichen können, wenn sie lernen und auf dem Weg bleiben. Sie sehen Fehler als eine Notwendigkeit an, die zum Leben und Lernen dazugehören. Sie schreiben ihre Resultate nicht ihrer Herkunft oder ihrem Talent zu.

Genau diese Offenheit für Neues wird in Zukunft entscheidend sein. Diese Offenheit erhalte ich mir aber nur dann, wenn ich mehr wahrnehme, mehr Hintergründe kenne und dadurch mehr Möglichkeiten sehe.

Lebenslanges Lernen im und für das WIR
Auch wenn „Lebenslanges Lernen“ heute gesetzlich verankert ist und viele Unternehmen sich dies auch im Rahmen der Personalentwicklung oder der eigenen Lernkultur auf die Fahne geschrieben haben, ist diesbezüglich noch sehr viel Luft nach oben.

Lebenslanges Lernen erst wirksam, wenn es sich von zwei Seiten im Unternehmen annähert.

Für Mitarbeitende muss spürbar sein, dass Lernen gewollt ist, Erfolg für das Unternehmen bedeutet und zu einer erlebbaren Lernkultur im Unternehmen gehört – dies ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass jeder von uns dafür Verantwortung übernimmt und zwar persönliche Verantwortung.
Das heißt: Sich Zeit für lernen nimmt, es als Teil seiner Identität verankert und als Rolle im Alltag integriert.

Wirksame Lernkultur in der Praxis
Die Etablierung einer spürbaren Lernkultur in den Unternehmen wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich weiterentwickeln.
Wo die Entwicklung hingehen kann, erkennt man schon an den ersten mutigen Unternehmen. So ermöglicht der IT-Dienstleister MaibornWolff viel Raum und Zeit für persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Im Unternehmen ist das lebenslange Lernen als elementarer Teil in die Unternehmenskultur verankert.

Weiterbildungsmaßnahmen sind dort vertraglich geregelt. Mitarbeitende erhalten ein jährliches Budget in Höhe von 1,5 Monatsgehältern für individuell wählbare Lernangebote. Oftmals zahlen diese auf die persönliche Weiterentwicklung des Einzelnen ein.

In Themenbereichen wie Führung, Kommunikation oder in diesem Fall Agile Software Engineering bietet der intern betriebene Campus zahlreiche Weiterbildungsoptionen an, etwa durch Videos, Podcasts, Konferenzen oder klassische Seminare – die Auswahl der Angebote liegt bei den Mitarbeitenden, um den einzelnen Entwicklungsreifen der Mitarbeitende zu entsprechen.

So oder so ähnlich könnte die Zukunft des lebenslangen Lernens in Unternehmen aussehen.

#lernkultur

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