MEINE PASSION IST DAS UNTERNEHMEN

Das Schloss rastet ein, die Tür klickt zu und es gibt kein Zurück mehr für mich. Nach 36 Monaten Anstellung in einer Unternehmensberatung steht der Entschluss erneut fest. Ich gehe meinen eigenen Weg, lebe meine eigenen Ideen, folge meiner eigenen Dynamik und realisiere mein eigenes Unternehmertum. Diesmal ist es meine dritte Selbständigkeit. Dies war vor 5 Jahren.

 

NICHT AUS MEINER HAUT

Warum macht man sich zum dritten Mal selbstständig? Weil ich doch nicht aus meiner Haut kann. Weil irgendein innerer Treiber mich zu meinen tiefen Prägungen, Werten und Sehnsüchten zurückführt. Und irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, dass auch ich genug Erfahrungen gesammelt habe, um es zu verstehen und tief im inneren im positiven Sinne zu spüren, dass es meine Passion ist.

 

ICH LIEBE DEN GERUCH VON LACKLEDER

Schon mit 4 Jahren stand ich im großelterlichen Schuhgeschäft, bekam ich von meinem Opa die schönsten roten Lackschuhe präsentiert, durfte hinter der Kasse stehen, die Kunden aus der Mitarbeiterperspektive anlächeln und fühlte mich als Kind, als ob ich zum Familienunternehmen, wie ein „kleiner Erwachsener“ dazu gehörte. Die Lust auf Unternehmertum war gelegt.

Mein erstes Unternehmertum: Mit 19 Jahren hatte ich noch kein Studienabschluss, wusste aber schon, dass ich mich selbständig machen wollte. Dabei konnte mich keiner aufhalten, nur unterstützen. Und ich empfand es als eine Selbstverständlichkeit ein kleines Handwerksunternehmen zu etablieren, mit einer Werkstatt, einem kleinen Geschäft und einer Angestellten.

Mein zweites Unternehmertum: Nach vielen Jahren unternehmerisch handelnder Anstellung, soweit dies immer möglich war, bekam ich 2004 erneut eine Sehnsucht nach mehr Unternehmertum – diesmal als Beraterin im Gesundheitsmarkt mit den Themen Innovation, Zukunft und neue Geschäftsmodelle. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, ich hatte wenig Ahnung, um wirklich erfolgreich unternehmerisch tätig zu sein und trotzdem wagte ich es, wuchs daran und ermöglichte mir viele wichtige Erfahrungen. Hätte ich damals doch etwas anderes machen sollen – nein. Ich habe noch nicht mal darüber nachgedacht, ob es Alternativen gibt. Ich wollte nur eins – wieder etwas unternehmen.

 

PASSION LEBEN

Mein drittes Unternehmertum: Heute kann ich all meine Erfahrungen und Leidenschaften verbinden und ich würde nun sagen, dass ich in einer besonderen Art und Weise meine Passion des Unternehmertums leben darf.

Selber wieder als Unternehmerin unterwegs zu sein, bereichert mein Leben in besonderer Art und Weise. Es ermöglicht mir inneres Wachstum, ein hohes Lernumfeld und die Chance auf Themen, die manchmal größer sind als man selber. Dass ich heute in den Unternehmen das Unternehmertum in einer neuen Arbeitswelt mitgestalten kann – entzündet meine Leidenschaft und dass ich andere Unternehmer und Unternehmerinnen auf ihrem Weg einer beitragsgebenden Unternehmer-Identität stärken kann – berührt mich sehr oft tief, weil man hinter die Kulissen blickt, die Sehnsüchte, die Freuden und die individuellen Herausforderungen kennenlernt.

 

KANN MAN UNTERNEHMERTUM IM UNTERNEHMEN LEBEN?

Die Frage ist heute im Jahr 2019 mit einem starken JA zu beantworten. Wir leben heute in einer Zeit, wo die grundsätzliche Gestaltungsmöglichkeit in den Unternehmen nicht größer seien könnte. Die Begegnung auf eine komplexe Welt mit seinen sich ständig veränderlichen Anforderungen fordert uns heraus mutig zu sein, flexibel zu agieren und an der ein oder anderen Stelle auch risikofreudig Entscheidungen zu treffen. Freuen wir uns doch, wenn wir diese Mitarbeiter im Unternehmen haben und schaffen wir Rahmenbedingungen, dass sich ihr Unternehmertum im vollen Maß entfalten kann.

 

KULTUR DES UNTERNEHMERTUMS

Eine bewusste Ermöglichung, Förderung und Befähigung einer Kultur des internen Unternehmertums könnte den Spirit an Leidenschaft, Engagement und Verantwortung im Unternehmen sichtbar erhöhen. Dies ist in vielen Unternehmen nicht immer einfach zu gestalten, da die Konditionierungen und damit auch Prägungen der Vergangenheit vorherrschen.

Es ist und wäre für viele Unternehmen aber ein sehr lohnenswerter und bedeutsamer Weg. Lohnenswert, weil ich – als Unternehmer und Führungskraft – Mitarbeiter dadurch in mehr Gestaltungsfreiheit, emotionale Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit führe. Ich ermögliche durch diesen Ansatz im hohem Maße intrinsische Motivation und Potentialentfaltung.

 

DIE KÖNIGSDISZIPLIN

Eine Kultur des internen Unternehmertums zu erschaffen, ist eine große Herausforderung und wahrscheinlich die Königsdisziplin zumindest für viele gewachsene Unternehmen.

Zwei Voraussetzungen sind zu schaffen: Auf der einen Seite ist die Pro-Aktivität auf individueller Ebene also bei den Mitarbeitern zu fördern. Sie zeigt sich durch ein hohes Maß an Veränderungs- und Handlungsorientiertheit auf Basis eines persönlichen Beitrages oder Wertes, wie Neugier, Verbundenheit oder persönliches Wachstum, sowie einer innerlich überzeugten Zuversicht gegenüber einer gestalterischen Zukunft. Und ganz ehrlich, es gibt sie diese Mitarbeiter in jedem Unternehmen.

Auf der anderen Seite brauchen wir auf allen Ebenen unternehmerische Offenheit, Förderung und Ermöglichung, damit sich die zeigende und vorliegende Pro-Aktivität der „unternehmerischen“ Mitarbeiter auch wirklich entfalten kann. Heute sollten wir dafür sogar Experimentierfelder und Möglichkeitsräume schaffen und Ängste bzgl. Machtverlust zurückdrängen, da dies dem inneren Unternehmertum sehr oft im Wege steht.

Inneres Unternehmertum hat etwas mit Loslassen, Aushalten und Fördern zu tun. Es hat aber auch etwas damit zu tun, daran zu glauben, dass man wirklich solche Mitarbeiter hat, sicherlich nicht in Gänze, aber in einer bereichernden Zahl.

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