„Ich stehe etwas unter Druck, ich komme gerade aus einem Meeting. Ich habe in fünfzehn Minuten gleich wieder ein Meeting und nachher auch noch ein Meeting.“

Keine seltene Bemerkung, die ich in den Unternehmen wahrnehme. Das hört sich so an, als ob die Person einfach nur gehetzt ist und die Meetings schnell hinter sich bringen will.

  • Was sind Meeting und welchen Zweck erfüllen sie?
  • Sind es einfach hintereinander gelagerte Termine im Kalender, die ich abreißen muss?
  • Informationsveranstaltungen, wo ich dabei sein muss, weil ich sonst die Information nicht bekomme?
  • Statussichtbarkeit, dass ich zu diesem Kreis dazugehöre und wichtig bin?
  • Schnelle Zusammenkünfte, die hoffentlich nicht lange dauern?

Was wurde in den Unternehmen in den letzten Jahren aus den Meetings gemacht? Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin für aufräumen, bereinigen und legen einer neuen Basis!

Für mich sind Meetings wichtige Treffen, wo es um Nähe, Abstimmung, Vereinbarung, Verbundenheit, Commitments, Zukunft, Lernen, Wahrnehmung und Dialog geht.

Wie wäre es, wenn alle ab sofort anfan

gen würden, zu fragen und zu hinterfragen, was sollen Meetings für mich und für uns wirklich sein?

Meetings eine andere Bewusstheit schenken
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Meetings wunderbar sind, um zu erkennen:

    1. Die vorliegende Kultur (das vorliegende Klima).
      2. Die Haltung zu anderen Menschen.

Beide Aspekte bilden die Grundlage, dass Meetings wirklich erfolgreich sind und dass es gelingt, aus der WIR-Begegnung das Beste zu machen.

Wäre es nicht wertvoll, wenn eine höhere Bewusstheit dafür besteht, was gestaltet werden soll und wie es gestaltet wird?

Ein natürlicher Anspruch, bei dem es darum geht, etwas zu ermöglichen, dass uns alle im positiven Sinne bereichert, beflügelt und wachsen lässt.

Gern möchte ich dich einladen, auf drei Mindset-Perspektiven gegenüber Meetings zu schauen.

Das Meeting-Unternehmen-Mindset
Im Rahmen der Unternehmenskultur ist es unerlässlich, die Meetings in die Betrachtung der Kulturetablierung einzubinden und ihnen eine größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Meetings sind im Unternehmen das größte WIR-Instrument.

Hier werden Kulturen etabliert, erschaffen, gestaltet und weiterentwickelt. Hier kommen wir zusammen, begegnen uns und heben bestenfalls das Gemeinschaftspotenzial und bringen es zum Erfolg.

Trotz der Bedeutung lassen wir dieses Instrument dahinplätschern und hoffen, dass es sich ergibt, dass jeder weiß, was er zu tun hat oder daraus machen möchte. Und was kommt dabei raus – zu wenig! Zu wenig für das Unternehmen, zu wenig für die Kultur, zu wenig für alle Beteiligten.

Ich empfehle den Unternehmen, die ihre Unternehmenskultur weiterentwickeln möchten, sich den Meetings im Unternehmen widmen und diese stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. Dabei geht es darum, sich in einem größeren Kreis (Strategiekreis, Führungskreis, Entwicklungspartner*innen-Kreis, Mitarbeiter*innen-Kreis) zu einigen:
Was sollen Meetings für uns sein? Welchen Charakter wollen wir Meetings geben und wie wollen wir diese gestalten?

Wie wäre es, wenn Unternehmen anfangen, eine MeetingKULTUR zu etablieren?

Eine echte Kultur, die einen Anspruch hat und die jeder spüren kann, als etwas Besonderes, als etwas wo man gern dabei ist, wo man gern daran teilnimmt, wo man sich darauf freut.

Wie bei einem echten Kulturereignis – einem schönen Konzert, einem besonderen Ausstellungsbesuch oder einem erfrischenden Theaterbesuch. Vielleicht ist dies zu groß gedacht, aber irgendwie sollte es doch in diese Richtung gehen.

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Hättest du Lust dazu, dann möchte ich dir folgende Vorgehensweise empfehlen:

1. Einigt euch auf eure konkrete Ausrichtung gegebenenfalls durch einen Slogan, wie:

„Wir machen nicht nur Meetings, sondern wir etablieren eine Meetingkultur.“

2. Danach beantwortet ihr gemeinsam die Frage: Wozu? Was wollen wir mit einer wirksamen Meetingkultur im Unternehmen erreichen, ermöglichen, eröffnen und gestalten?

3. Wie soll sich eine Meetingkultur, mit welchem Charakter, mit welcher Haltung, mit welchen Grundprinzipien etablieren?

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Hier sind dann den wichtigsten Grundprinzipien auch gemeinsam zu erarbeiten.

Solltest du bis hierhergekommen sein, dann ist ein erster sehr guter Schritt gelungen, aber du bist noch nicht am Ende.

Das Allerwichtigste ist jetzt, eure neue Ausrichtung zu reflektieren und auf dem Weg der Etablierung zu lernen und nicht erst, wenn keiner mehr die geleistete Vorarbeit im Kopf hat. Spätestens nach vier Wochen, dann wieder nach vier Wochen und dann wieder nach vier Wochen. Solange bis ihr spürbare Veränderungen wahrnehmen könnt.

Wenn es im Unternehmen ernstgenommen, dann wird auch die Bereitschaft da sein, die neue Meetingkultur immer wieder zu hinterfragen und nachzujustieren.

Es sollte zu spüren sein, dass ein echtes Interesse bei den Gestaltern, Verantwortlichen und Kulturinteressierten besteht. Ansonsten ist das Losgehen für eine neue Meetingkultur verschwendete Zeit.

Meist erlebe ich, dass kein Lernen und kein Nachjustieren erfolgt. Das ist für das eigene innere Wachstum fatal, denn die dann stattfindende Entwicklung ist für den eigentlich vorgenommenen Angang zu gering.

Das Potenzial von Meetings wird nicht entfaltet.

Das Meetingleader-Mindset
Es ist zusätzlich spannend anzuschauen, wie das Meeting-Leader-Mindset ausgebildet ist.

  • Was ist das Meeting für den Meeting-Leader?
  • Wie gut vorbereitet gestaltet er oder sie das Meeting?
  • Mit welcher Haltung ist er oder sie im Meeting?
  • Welche Energie gibt er oder sie in den Raum?
  • Wie viel Nähe und Verbundenheit kann er zu den Teilnehmenden aufbauen?
  • Mit wie viel Respekt und Wertschätzung begegnet er den Teilnehmenden?
  • Bildet das Meeting-Unternehmens-Mindset die Grundlage seines Handelns?
  • Können die anderen Teilnehmenden dies spüren?

Das Meeting-Teilnehmer*in-Mindset
Da wir Menschen in unmittelbarer Resonanz zueinander stehen, ist natürlich auch das Teilnehmer*in-Mindset wirksam und wird häufig sichtbar.

Auch hier geht es darum um folgende Fragen:

  • Wie gut bin ich als Teilnehmer*in vorbereitet?
  • Mit welcher Energie bin auch ich im Meetingraum?
  • Welchen aktiven Beitrag leiste ich?
  • Wie begegne ich den anderen Teilnehmenden und dem Meeting-Leader?
  • Bringe auch ich Respekt und Wertschätzung auf?
  • Erkenne auch ich das Meeting-Unternehmens-Mindset an und richte mein Verhalten überzeugend danach aus?

Meetingkultur des 21. Jahrhunderts
Wollen wir eine spürbare weiterentwickelte Meetingkultur etablieren, hängt dies von unserer Haltungsreife ab. Es hängt auch daran, was wir heute aus unseren eigenen Denkmustern an Möglichkeiten erkennen können, inwieweit wird bereit sind, aufzustehen und die Dinge bewusst weiterzuentwickeln oder neu auszurichten und uns auch für ein spürbares Gelingen im Dialog einzusetzen.

Mit Sicherheit wird es Unternehmensgestalter*innen geben, die sich diese Ausrichtung, diesen Ansatz, diese Möglichkeit nicht vorstellen können. Dann ist das auch in Ordnung. Es wird aber Unternehmens- und Kulturgestalter*innen geben, die sich diese Ausrichtung wünschen. Die Zeit ist reif, dafür jetzt aufzustehen und eine echte Meetingkultur des 21. Jahrhunderts zu etablieren.

Hast du jetzt Lust bekommen, dann mache dich auf den Weg und werde wirksamer Meetingkulturgestalter/ wirksame Meetingkulturgestalterin.

#newwork

Hast du jetzt Lust bekommen, dann mache dich auf den Weg und werde wirksamer Meetingkulturgestalter/ wirksame Meetingkulturgestalterin! Vom 12.10. bis zum 15.10. veranstalte ich eine kostenlose Live-ImpulsWoche „New Work fängt bei deiner Meetingkultur an“. In 4 Tagen ergründen wir gemeinsam, was es für eine moderne Meetingkultur braucht. Für weitere Infos und die Anmeldemöglichkeiten kannst du gern HIER schauen.

 

 

 

 

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