Die ständige Unsicherheit, der dynamische Wandel, das nicht mehr Beherrschbare, was haben wir dem noch entgegenzusetzen, was gibt uns noch ehrlichen Halt. UNSER WIR!

Wir können uns Halt geben. Wir können uns in der Unsicherheit beistehen. Wir können uns in der Entwicklung unterstützen und wir können dem dynamischen Wandel gemeinsam bessere Antworten geben.

Was wir dafür benötigen, sind stärkere zwischenmenschliche Beziehungen.

Das ist DER Erfolgsfaktor!

Für mich ist die Entwicklung von fruchtbaren Beziehungen heute und in der Zukunft der gesellschaftliche und unternehmerische Erfolgsfaktor.

Es wird die Komponente sein, welches in den nächsten Jahren in Bildung und Unternehmen enorm an Bedeutung gewinnen wird. Wir brauchen mehr ehrliches und gelingendes Mit- und Füreinander, um dieser veränderten Welt souveräner und zuversichtlicher begegnen zu können.

Dies aufzubauen ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit intensivem und kontinuierlichem Training.

Das hat sehr viel mit DIR und DEINER Persönlichkeit zu tun, aber auch mit deinem konkreten Handeln. Gern möchte ich dir heute drei Handlungsansätze aufzeigen, wie du persönlich deine Beziehungen in deinem Umfeld stärken kannst. Denke immer daran, es ist auch dein Erfolgsfaktor im Alltag.

DU bist Teil des Systems.

Wir alle hängen immer mal wieder in Zeiten, wo nicht alles rundläuft, wo das Team gestresst ist oder wo sich Müdigkeit in Teams oder Gemeinschaften breitmacht. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir Nähe schaffen. Vor allem Nähe zu Einzelnen. Denn die Nähe zu einzelnen Menschen sind das Gefüge der gemeinschaftlichen Beziehung.

Denke immer daran: Durch deine Haltung und durch dein Verhalten kannst du die Energie und Dynamik von Systemen beeinflussen.

Sicherlich beobachtest du das Phänomen, dass es zu Verschiebungen in der Teamdynamik, im Klima und in der Team-Energie gibt, wenn zum Beispiel eine Kollegin aus dem Team weggeht und ein neuer Kollege dazu kommt.

Diese Beobachtung können wir sehr gut für uns nutzen, denn sie zeigt uns, was wir mit einer guten Beziehungsgestaltung bewirken und wie wir uns dadurch noch einmal eine andere Selbstwirksamkeit ermöglichen können.

Natürlich ist es nicht möglich, mit allen Menschen im Unternehmen oder im Umkreis engere Beziehungen aufzubauen, aber wir sollten uns bemühen mit den Menschen engere Beziehungen aufzubauen, die in unserem unmittelbaren Umfeld unterwegs sind z.B. meine Teamkollegen, mein Führungskollegen oder diverse Partner.

Natürlich geht es bei einer ehrlichen Beziehungsgestaltung auch immer um eine Vorbildfunktion, wie will ich wirken, aber eben nicht ausschließlich. Fast noch spannender ist der Ansatz, dass du mit einer ehrlichen wertschätzenden Beziehungsgestaltung vor allem eine Energie in das System gibst. Hier kannst du erlebbar machen, was du dir ggf. auch von den anderen wünscht. Hier gibst du bewusst etwas in das System rein, um es gegebenenfalls auch „besser“ zu machen.

Ja, ich weiß, dies kostet richtig Kraft, ist aber eine enorm wertvolle und fruchtbare Investition.

Sei persönlich!
Sei persönlich ist eine Aufforderung, die nicht selten Menschen schwerfällt. Wo anfangen und wo aufhören? Viele Fragen sich, was ist zu offen, was ist zu persönlich, wie viel sollte ich wirklich zeigen und preisgeben. Wo bewahre ich mir noch meine Professionalität? Manche Menschen vertrauen hier ihrer Intuition, andere wiederum drehen diese Frage in ihrem Verstand.

Grundsätzlich kann man allerdings sagen, dass jeder eine persönliche „Note“ legen kann. Ich kann persönlich sein, ohne vielleicht über meine Kinder, meine private Partnerbeziehung oder meine Erziehungsprobleme zu sprechen.

Ich kann also auf der einen Seite sicherlich eine Menge sehr Privates weglassen und trotzdem offen sein. Dies kann und sollte ich sogar sehr individuell entscheiden.

Was sind also persönliche Beispiel, die für einen guten Beziehungsaufbau helfen, ohne jetzt allzu privat zu werden:

“Wie fühle ich mich gerade?” ist eine Frage, auf die ich oder auch jeder andere sehr individuell antworten kann und dadurch auch entscheiden kann, was ich teilen möchte und was nicht.

“Was sind Erfahrungen aus meiner beruflichen Vergangenheit?” Vielleicht kannst du hier auch eine Verbindung zu aktuellen Arbeitsthemen herstellen.

Du kannst auch über deine berufliche Neugier oder Orientierung sprechen. Was interessiert dich, an was orientierst du dich, was gibt dir Inspiration oder Mut?

Was ist mir für uns als Team oder im Arbeitsumfeld wichtig, was ist mir persönlich wichtig, für was setze ich mich ein, wo will ich meinen Beitrag verstärken?

Wahrscheinlich kannst du schon erkennen, dass dies nicht sehr privat ist, aber persönlich und damit trotzdem nah. Wir müssen und können nicht alle lieben, wir werden in jedem Fall alle unterschiedlich bleiben, aber wir können trotzdem menschlich nahe Beziehungen aufbauen.

Baue 1:1 Beziehungen auf!
Unsere individuelle Beziehung zu einzelnen Menschen ist ein sehr intensiver und mächtiger Klebstoff in der Beziehungsgestaltung, da wir alle gesehen und gehört werden wollen.

In einer 1:1-Beziehung ermöglichen wir uns ungeteilte Aufmerksamkeit und stellen Intimität her.

In keiner anderen Begegnung können wir gegebenenfalls so schnell eine Offenheit erreichen. Daher kann ich dir nur vom Herzen empfehlen, immer mal wieder den 1:1-Austausch zu suchen, ihn ggf. aber auch zu initiieren und ihn vielleicht auch proaktiv zu aktivieren. Dabei geht es nicht darum, sich jetzt über die einzelnen Arbeitspakete abzustimmen, sondern sich gemeinsam Offenheit über Themen und Ansichten zu ermöglichen.

Es geht darum, sich wirklich für die Perspektive der anderen Person zu interessieren. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass der Aufbau von Nähe nicht mit einer einmaligen Begegnung getan ist, sondern es sind die vielen wiederholenden Möglichkeiten, in denen wir andere berichten lassen, bewusst zuhören und von uns berichten. Es ist ein sehr verbindendes, wertvolles Element.

Es wird eure Beziehungskultur prägen.

Ermögliche Wertschätzung!
Die immer wieder eingeforderte Wertschätzung – wir machen es zu wenig und da kann ich sicherlich auch mich selbst miteinschließen. Sie ist aber für die Beziehungsgestaltung enorm bedeutsam. Jeder Mensch braucht Anerkennung und möchte einen Unterschied machen. Angewendete Wertschätzung kann beides leisten. Oftmals lassen wir dieses wundervolle Instrument liegen, da wir zu beschäftigt sind, andere Dinge fertigbekommen müssen, keine Zeit haben.

Aufrichtige, ehrliche und sehr individuelle Wertschätzung, indem ich achtsam wahrnehme, ist ein Booster der Beziehungsgestaltung.

Immer wieder stelle ich fest, wenn wir zum Beispiel in der Arbeit mit Teams die Wertschätzungsdusche ausprobieren, dass dies enorm aufschließt, die Begegnung öffnet und auch nicht selten Aha-Moment freisetzt. Probiere dies also gern aus.

Spannend fand ich ein Experiment in einem mittelständischen Unternehmen. Es ging darum, die Zwei-Minuten-Wertschätzungstechnik einzusetzen. Hier einigte sich das Team aufgrund eines Workshops darauf, jeden Morgen 21 Tage lang als Erstes zwei Minuten lang eine E-Mail oder andere Nachricht an eine ihnen bekannte Person mit einer Wertschätzung oder Dank in Form von zwei max. drei Sätzen zu versenden.

Diese Initiative hatte eine rückstrahlende Wirkung, der Umsatz stieg und die Kollegen begegneten sich ad hoc offener und freundlicher. Es gab innerhalb von 10 Tagen einen spürbaren klimatischen Shift.

Solche einfache Rituale kann jeder einführen und sie können Wunder bewirken. Probiere es gern einmal aus.

Menschliche Beziehungen funktionieren dauerhaft nur, wenn du und wir alle einen längeren Atem haben, dies aus unserem Inneren wollen und den Fokus ab und zu mal verändern. Die Investition lohnt sich allerdings allemal.

#newwork

 

 

 

 

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