DEIN KULTUR-SEIN

„Warum nennst Du eine Kulturebene von Euch eigentlich ICH-Kultur?“, werde ich immer wieder gefragt. Ganz einfach, weil mit dem einzelnen ICH alles in der Kultur beginnt. So wichtig es ist, die Kultur in einer Organisation wahrzunehmen und Rahmen zu schaffen, innerhalb derer sie sich weiterentwickeln kann, so wichtig ist es auch, dass wir unsere eigene mentale und gestalterische Kultur wahrnehmen und weiter kultivieren. Denn so wie wir mit uns selbst kulturell umgehen, so ermöglichen wir auch Kultur im Außen. Oft ist uns unser eigenes Kultur-Sein gar nicht richtig bewusst. Wir kennen es nicht oder wir beschäftigen uns nicht damit. Dies hat dann wiederum negative Außenwirkungen auf die Kultur im Äußeren.

KULTUR IST AUSDRUCK UNSERER MENSCHLICHEN ENTWICKLUNG

Folgt man der Definition auf Wikipedia, so ist Kultur die Gesamtheit der geistigen, kreativen und gestalterischen Leistungen einer Gemeinschaft, als Ausdruck menschlicher Entwicklungen. Die menschliche Entwicklung, die jeder Einzelne einbringt, ist also ausschlaggebend. Somit ist es hoch relevant, welche Entwicklungsreife jeder Einzelne und vor allem diejenigen haben, die im Unternehmen Einfluss oder Einflussmöglichkeiten besitzen. An deren Entwicklung wird sich maßgeblich die Kultur der Gemeinschaft orientieren.

Meine bisherigen Besuche in den Unternehmen bestätigen diese Aussage im hohen Maße. Immer wieder sehe ich, dass die Haltung, das Weltbild, das Menschenbild und die Kenntnis über die eigene Identität ausschlaggebend dafür sind, welchen Rahmen, welche Entwicklung, welche Förderung und damit welche Kultur eine Führungskraft oder Einflussperson im Unternehmen ermöglicht.

WIR SIND SELBST TEIL DES PROBLEMS

Viel zu schnell sprechen wir aus meiner Sicht in den Unternehmen von der Kultur im Außen und gestehen uns oft nicht ein, dass wir im hohen Maß selbst Teil des kulturellen Geschehens und oft auch des Problems sind.

Gerade in der aktuellen Corona-Zeit zeigt sich deutlich, dass ich nicht nur räumliche kulturelle Rahmenbedingungen erschaffen kann, um eine Weiterentwicklung der Kultur im Unternehmen zu ermöglichen, sondern dass das Klima, die emotionale Atmosphäre, die ich durch meine Persönlichkeit gegebenenfalls auch als Führungskraft präge, ausschlaggebend dafür ist, inwieweit sich Verbundenheit, Zugehörigkeit, Sicherheit und Autonomie weiterhin im Unternehmen verankern werden.

UNSERE BEWUSSTSEINSBILDUNG IST AUSSCHLAGGEBEND

In der aktuell noch immer stattfindenden räumlichen Trennung von Teams, Kollegen und täglichen Routinen wird kognitive, mentale und emotionale Weiterentwicklung, also unsere eigene Bewusstseinsbildung, ausschlaggebend dafür werden, ob wir die ablaufende Transformation meistern oder nicht.

Die aktuelle Veränderung betrifft nicht nur alle Lebensbereiche, wie unseren Arbeitsalltag, Kultur, Umwelt oder Wirtschaft, sondern vor allem die Beziehungen zwischen diesen Bereichen. Sie verschiebt die Zusammenhänge und Machtverhältnisse in den Unternehmen und ordnet ganze Systeme neu.

WIR HABEN NICHT GELERNT UNSERE EIGENEN MUSTER ZU ERKENNEN

Diese Transformation benötigt einen neuen kulturellen Rahmen, der nur mit Menschen erfolgreich gestaltet werden kann, die alternative Fähigkeiten und ein neues Bewusstsein mitbringen. Es muss gelingen, dass möglichst viele Menschen in Unternehmen einfach loslegen und die Initiative ergreifen.  Zuvor müssen sie allerdings verstehen, dass die Weiterentwicklung der inneren Haltung die Basis für eine nachhaltige Transformation bildet.

Diese Einsicht fällt vielen in Unternehmen weiterhin schwer, weil wir nicht gelernt haben uns mit uns selbst ernsthaft und kontinuierlich auseinanderzusetzen. Wir sind nicht routiniert darin unsere eigenen inneren Zusammenhänge zu ergründen, eigene Muster zu erkennen sowie einzuordnen und Verantwortung für unsere eigenen Gedanken und Emotionen zu übernehmen. Dieses Können zu besitzen ist dabei auch keine Fähigkeit im klassischen Sinne, welche ich einmal erlerne und dann besitze, sondern sie ist ein Weg und kein Ziel. Für die meisten ist dieser Weg zu anstrengend, obwohl es um ihren ganz eigene Entwicklung geht.

EINE CHANCE FÜR UNSER REIFERES KULTUR-SEIN

Allerdings sehe ich in der aktuellen Situation eine riesen Chance, da die Menschen gerade jetzt viel mehr spüren, dass die Dinge nicht mehr so zusammenpassen wie lange gedacht und akzeptiert. Dadurch eröffnet sich eine neue Bereitschaft für die eigene Entwicklung aktiv zu werden. Wir erleben gerade einen von außen erzwungenen Wandlungsprozess, der unsere innere Haltung erschüttert und eine innere Reifung in Gang setzt. Dies muss als wirklich positive Entwicklung wahrgenommen werden. Was bleibt, ist die individuelle Dynamik. Jeder geht für sich sein eigenes Tempo in der Entwicklung des eigenen Kultur-Seins.

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