MEIN VORLIEGENDES JAHR

Ich sitze vor meinem Kalender 2021, trage meine bereits abgestimmten Termine ein, setze die Zeitblöcke für die geplanten Projekte, blocke meinen Urlaub und plane (ganz wichtig) Entwicklungszeit. Das alles mache ich mit verschiedenen Farbcodes und erfreue mich im ersten Moment daran, dass mein Kalender nun ordentlich bunt aussieht. Diese Buntheit erfreut mich aber nur zunächst, fühlt sie sich doch irgendwie beschäftigt an und macht mir bereits jetzt ein wenig Angst. 

Werde ich nächstes Jahr wieder in einen Strudel des nur noch Funktionierens geraten? Werde ich im eigenen Hamsterrad landen oder werde ich nur noch abarbeiten, ohne über den Sinn nachzudenken? Denn genau dies sind die Dinge, die ich nicht will.
Also sollte ich vielleicht gar nicht planen, wo wir doch alle gerade sehen, dass man nichts mehr planen kann? Wird wieder etwas Unverhofftes dazwischenkommen und alles über den Haufen werfen? Wird sich vielleicht sogar mein Business und mein Leben nochmals verändern?

IM EIGENEN STRUDEL GEFANGEN

Ich bin hin- und hergerissen, suche nach Antworten, Konzepten, Vorgehensweisen. Wie macht man eine Planung in einer überraschenden und nicht mehr beherrschbaren Zeit?
Was soll man noch planen, wie tief soll ich in meine eigene Planung gehen? Ich stolpere über vielfältige Ansatzmöglichkeiten und Versprechungen, schau mir dies an, probiere das aus. Aber so richtig komme ich zu keinem besseren Ergebnis. Obwohl ich nach Lösungen suche, habe ich das Gefühl, dass die Fragestellung, ob ich plane, wie tief ich plane und was ich plane, immer wieder auf mich zurückfällt.

JEDER IST VERSCHIEDEN

Gerade bei Planungen scheiden sich die Geister. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir als Menschen in Sachen Planungen wirklich verschieden sind. Die einen brauchen mehr Struktur und Planungen, andere wiederum nicht. Deswegen soll meine Lösung kein allgemeingültiger Weg sein, sondern nur eine Sichtweise, eine Möglichkeit aufweisen.

Ich bin mittlerweile schon ein Mensch, der gern plant. Dies habe ich früher nicht so konsequent gemacht. Doch ich habe für mich erkannt, dass wenn ich gut plane, doch mehr Dinge in meinem Leben passieren. Das die Zeit nicht einfach so verstreicht, im Sinne von „ach hätte ich doch mal“. Mit einer Planung passieren zumindest bei mir mehr Dinge, welche ich auch mal wirklich machen will. Weiterbildungen, die ich dann nicht mehr permanent schiebe oder Entwicklungsprojekte, denen ich dann nicht andauernd nachtrauere, weil ich sie nicht angefasst habe. 

Und ich liebe bei der Planung auch das kribbelnde Gefühl. Gerade dann, wenn ich eine Jahresplanung mache. An der ein oder anderen Stelle fühlt es sich dann so an, als ob die Zukunft schon eingetreten ist, als ob ich schon in der Zukunft ein Stück angekommen bin. Es gibt mir eine Vorfreude, eine Hoffnung und ich spüre eine gewisse Autonomie gegenüber der Zukunft, auch wenn dies Illusion ist.

AUS MEINEM INNEREN HERAUS

Die Zukunft zu planen geschieht heute viel mehr aus meinem Inneren heraus. Ich lasse mich viel stärker von meiner eigenen Intuition leiten. Was fühlt sich gut an, vorauf habe ich besondere Lust, welche Dinge will ich unbedingt kreieren, was soll entstehen. Dabei ist mir schon bewusst, dass morgen alles anders sein kann.

Da ich aber durch meine Planung der Zukunft schon einmal den ersten kreativen Gestaltungsprozess der vor mir liegenden Zeit durchlaufen habe, nehme ich eine Sicherheit mit. Eine Sicherheit des eigenen Könnens. Ein Vertrauen darin, dass sollte sich die Welt erneut verändern, ich auch dafür wieder einen kreativen Weg und eine neue Ausrichtung finden werde.

DIE ZUKUNFT SCHON SPÜREN KÖNNEN

Wenn ich heute plane, dann plane ich in das Ungewisse hinein. Wir alle kennen die Zukunft nicht, aber wir können Annahmen treffen. Dabei werden die Annahmen sehr individuell sein.

Wenn ich darüber nachdenke, dann gehe ich tatsächlich erst einmal von einer idealen Situation aus. Zumindest erschaffe ich mir ein sehr konkretes und zuversichtliches Zukunftsbild, welches ich wirklich vor meinem inneren Auge sehen kann. Ich sehe, wie Menschen sich begegnen, wie ich an bestimmten Orten sein werde, welche Begegnungen stattfinden werden, welche neuen Programme entstehen. Natürlich sind diese Bilder auch von meinen bisherigen Erfahrungen geprägt und trotzdem gehen sie noch etwas weiter. Sie sind noch etwas größer, bunter und meist sehr zuversichtlich.

Dabei bin ich nicht blauäugig. Ich weiß innerlich, dass es Herausforderungen geben wird. Die kalkuliere ich nicht im Detail mit ein, sondern es ist eher eine eventuell eintretende Möglichkeit.

Dabei machen mir die Herausforderungen heute keine Angst, weil ich sie nicht durch explizite Negativszenarien untermauere. Die sind für mich realistisch möglich, aber mir im Detail noch nicht bekannt. Und daher bin ich zum heutigen Zeitpunkt auch nicht bereit weitere Energie darüber zu verschwenden.

BEREIT SEIN UND AN LÖSUNGEN GLAUBEN

Ich werde diese Herausforderungen auf mich zukommen lassen und ich werde eine Lösung finden. Für viele hört sich dies so einfach und leicht an: ja, ich werde eine Lösung finden und ich weiß, dass viele gegebenenfalls dieser Aussage nicht folgen werden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass das Leben nicht aus einer geradlinigen Strecke besteht, sondern dass das Leben Herausforderungen für uns bereithält, woran wir wachsen können. Und ich habe gelernt, dass es immer eine Alternative gibt, wenn man wach bleibt. Weiterhin habe ich vor längerem beschlossen meine Energie bei mir zu behalten und nicht durch Negativszenarien permanent kaputt machen zu lassen. Das Wichtigste für mich ist es, dass ich mir meine Hoheit über mein Denken und damit über meine Gefühle behalte und dies auch in Sachen Zukunft, Planung und Zukunftsgestaltung.

Der Vorteil daran ist, dass sollten wirklich Herausforderungen auf mich zu kommen, ich noch genug Energie besitze, um diese gut bewältigen zu können, da ich eben nicht die ganze Zeit mit Negativszenarien beschäftigt war und noch nicht völlig ausgebrannt bin.

 

VERANTWORTUNG FÜR UNGEWISSE ZEITEN

Die Entscheidung über meine eigene Denkweise, und damit auch Gefühlswelt, hat für mich mit Verantwortung zu tun. Verantwortung als Unternehmerin für mein Team, Verantwortung mir selbst gegenüber und Verantwortung für die Zukunft.

Jetzt werdet Ihr euch sicherlich fragen, „soll ich denn in solch unsicheren Zeiten überhaupt noch planen“? Meine Empfehlung wäre JA. Denn Du ermöglichst Dir einen anderen Spirit in der Gestaltung der Zukunft. Wichtig wäre dabei, dass Du Dich von allen negativen hochkommenden Szenarien nicht zu sehr beeinflussen lässt, um in Deiner Energie zu bleiben, die Du benötigst, wenn es wirklich Einschnitte und Herausforderungen gibt. Eine gute Planung ist aus meiner Sicht dann gelungen, wenn Sie Dir ein positives Gefühl für die nächsten Schritte vermittelt.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich freue mich auf das nächste Jahr und dazu lade ich Dich ein. Ich glaube, wir haben den zeitlich größten Teil des Lockdowns hinter uns, und es wird eine sehr spannende Zeit auch im Sinne vielfältiger anderer Gestaltung auf uns zukommen. Es liegen Herausforderungen, aber auch Chancen vor uns.

#ichkultur

 

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